Kyrgyzstan_Tag13
eine Stunde früher als gewohnt
hieß es für uns aufbrechen

da ein extrem langer und schwerer Reittag vor uns lag

einmal mehr Kaiserwetter - und wir waren trotz der frühen Stunde gut gelaunt

Susi mit unserem Fohlen im Schlepptau, das den ganzen Trail frei mitgelaufen ist

es ging über breite Almen stetig bergauf

ein letzter Blick zurück

und nach vor, in die grandiose Bergwelt

watteweiche Almwiesen auf gut über 3000 m

immer wieder Edelweiss

die Hänge wurden zusehends steiler

der Aufstieg beschwerlicher

die Täler enger und von Wildwasser durchzogen, welches wir einige Male queren mussten

Aneke und Sheitan, der Blick zurück, wo wir bleiben und ob auch alles in Ordnung ist

Aneke hat mich durch sein großartiges und selbstverständliches Pferdeverständnis sehr beeindruckt

möge er sich durch Touristen nie verbiegen lassen

unglaubliche Hochebenen, diesmal trotz der Höhe noch grün

wir arbeiten uns auf schmalen Pfaden weiter hinauf

immer wieder der prüfende Blick - alles ok bei euch?

nun wird es wirklich steil - nicht nur im Anstieg, sondern auch seitlich die Abhänge

schließlich verschwinden die Wiesen und wir reiten über Geröllhalden

wunderschöne fremde Disteln sind das einzige, was hier noch Halt findet

die ersten Schneezungen erreichen uns

das ewige Eis ... unglaublich mit welcher Ausdauer und Sicherheit uns die Pferde tragen

steil, rutschig und feines Geröll ... - 2 Schritte nach vor, 1 zurück ... wir arbeiten uns Schritt für Schritt weiter

bis wir oben sind - am Pass Chamshi auf knapp 3600 m und sich uns ein unglaublicher Ausblick bot

glücklich und tiefe Hochachtung vor der Leistung unserer Pferde

Susi mit unseren beiden Hengsten

Geröll und riesige Schneefelder vor uns -
und die leichte Vorahnung, dass der Aufstieg wahrscheinlich leichter war, als der Abstieg es sein würde ...

kurze Rast

eintauchen in eine wunderbare Welt ...
... found my soul in Kyrgyzstan ...

bald schon gings an den Abstieg, der Sicherheit wegen wurden die Pferde geführt

rutschige und extrem steile Geröllhalden und Schneefelder

das erste große Firn - Schneefeld wurde zur Mutprobe für Pferd und Reiter

während der Firn uns recht passabel trug, brachen die Pferde tief ein ...
aber wie alle schwierigen Situationen meisterten sie auch das mit Ruhe und Besonnenheit

und wenn sich einer nicht zutraute, sein Pferd da drüber zu führen, ging Aneke zur Hand

einzeln wurden die Schneefelder gequert, wir warteten auf der anderen Seite

von da oben sind wir gestartet ...

und da unten, wo es grün schimmert - wollten wir hin

ja, um unsere Mittagspause auch zu genießen

power nap

ehe wir schon wieder aufbrechen mussten

was für ein Kontrast zum ewigen Eis - ein Blütenmeer

in blau-gelb oder weiss

mit Donnergrollen im Hintergrund, wussten wir, dass wir keine Sekunde zu früh wieder abgestiegen sind

wir verlieren schnell weiter an Höhe und tauchen in einen Wald ein

Nomaden mit ihren Tieren kreuzen wieder unseren Weg

die Landschaft ist uns plötzlich sehr vertraut - könnte auch irgendwo in Österreich sein

Susi on the way

Wald, Wildbäche und enge Täler - wir sind von der Region Chuy nach Kochkor gewechselt

nach über 9 Stunden Reitzeit erreichten wir schließlich unseren Abendzeltplatz

das Gewitter blieb Gott sei Dank in den Bergen hängen und wir blieben trocken - gut bewacht wie immer von den Hunden diverser anderer Nomaden, die immer auch im Umkreis nächtigten (was den nächtlichen Klogang durchaus zur Mutprobe machte ...)

Immerhin, die erste Nacht, in denen uns allen wieder richtig warm war - wir waren auf unter 2000 m abgestiegen ...
Katatjuta’s Greyhounds
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